Aufenthalt im Kloster

Ajahn Pooh, der Abt des Klosters

sli. Auf harten Pritschen schlafen. Statt einer warmen Dusche gibt es Regenwasser aus Schalen und morgens um 4.30 Uhr ist Wecken angesagt. Und darüber darf man sich noch nichtmal beschweren, denn geredet wird nicht - auch nicht in Zeichensprache.

In die Stille kommen

Meditieren unter dem Bodhi-Baum
Waschen und "Duschen"
Schalfen auf Steinbetten mit Holzkissen

Trotzdem strahlen Carsten Dohnke und Hans-Joachim (Achim) Drews Begeisterung aus, wenn sie von ihrem zweiwöchigem Aufenthalt im thailändischen Kloster Suan Mokkh erzählen. Die sich gleichenden Tagesabläufe, das fettarme Essen und die genussmittelfreie Zeit (Zigaretten und Alkohol sind strengstens verboten) machen den Kopf klar und erleichtern den Einstieg in die Meditation ("Wir hatten nie das Gefühl von Mangel, sondern im Gegenteil von Fülle - es quillt in einem förmlich über"). Für die beiden Freunde sind Meditation und Spiritualität kein Neuland: Achim hat sich bereits als 12-Jähriger mit "dem, was man nicht sehen kann" auseinandergesetzt, hat Zeit seines Lebens das Interesse nicht verloren, ist auf die Suche gegangen. Die Erfahrungen des gelernten Schriftsetzers reichen über den Zen-Buddhismus ("Durch Härte schmelzen") bis hin zur Psychoanalyse. Achim hat mit 26 Jahren geheiratet, zwei Söhne bekommen und 1980 den Wolkentor-Verlag gegründet. Dort gab er ein paar Jahre lang Gedichtbände, Märchenbücher und Bücher über bewußte Träume heraus: "Eine gute Zeit. Ich habe viel über Esoterik gelernt". Doch befriedigende "Antworten" fand er erst, als Carsten Dohnke in seiner Heimatstadt Geesthacht seinen Weg kreuzt: "Ich habe jahrelang einen Lehrer gesucht und finde ihn gleich nebenan", amüsiert sich der 52-Jährige noch heute.

Carsten ist auch in Geesthacht aufgewachsen und Lehrer für Qigong, Taiji und Meditation. Bei ihm begann der Weg, als er mit 14 Jahren feststellte: "Mir fehlt etwas. Lebensdynamik und Lebenskraft." Dann erlernte er Kung Fu. Mit 19 kam er vom Körper zum Geist, vom Kampf zur Meditation. ("In der Jugend sind wir Kämpfer - im Alter werden wir Heiler"). Seitdem hat sich Carsten Dohnke zum Kampfkunstexperten entwickelt, hat Heil und Meditationstechniken erlernt und in Hamburg Sinologie studiert. Vier Jahre studierte der Geesthachter direkt in Asien, ist außerdem langjähriger Assistent und Übersetzer des bekannten Taiji- und Tao-Meisters Mantak Chia. "Ganz perfekt bin ich noch nicht", sagt Carsten. "Meine Frau lacht manchmal recht herzhaft über meine Aussprache". Frau Dr. Weihua Dohnke muss es wissen: Die Ärztin kommt aus Südchina.

Die Erfahrung im Kloster wollen Achim und Carsten unbedingt wiederholen: "Es ist ein Ereignis mit 140 Leuten gemeinsam still zu essen. Und diese Sonnenauf- und -untergänge, diese subtropischeLandschaft ist unbeschreiblich." In der Nähe des Klosters können Besucher sogar in heissen Quellen baden - Entspannung pur.
"Nach drei Tagen verliert man jegliches westliches Zeitgefühl, passt sich dem Tagesrhythmus des Klosters ganz automatisch an und lernt in die Stille zu kommen", beschreibt Achim sein Gefühl. Und wer viel Meditationserfahrung hat, kann den physischen Körper während der Meditation "verlassen", mit dem Raum verschmelzen: "Ein Gefühl von Glück und Frieden", sagt Carsten. Die Buddhisten meinen: "Solange ein Ich da ist, ist Leiden in der Welt".

Informationen über das Kloster Suan Mokkh unter:
externer Link folgtwww.suanmokkh.org

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