„Wer regelmäßig Taiji übt,
     erwirbt die Geschmeidigkeit eines Babys,
     die Robustheit eines Holzfällers
     und die Weisheit eines Alten."

       (chinesisches Sprichwort)

Taiji

Öffnet einen internen Link im aktuellen Fenster Einführung in die Kurzform des Yang-Stils

Taiji Quan, das „chinesische Schattenboxen", ist eine sanfte innere Kampfkunst, die Bewegungstherapie, Heilgymnastik, Atemübungen und Meditation zugleich beinhaltet.
Die langsamen, weichen und fließenden Bewegungen des Taiji sind eine hervorragende Möglichkeit, innere Ruhe, heitere Gelassenheit und gleichzeitig innere Stärke zu entwickeln. Dies geschieht, während der Körper auf intensive Weise trainiert und gleichzeitig erfrischt wird.

Die Ursprünge des Taiji liegen in den chinesischen Kampfkünsten verborgen: Der Überlieferung nach wurde Taiji im 12. Jahrhundert von dem taoistischen Adepten Chang San-Feng entwickelt, nachdem er einen Kampf zwischen einer Schlange und einem Kranich beobachtet hatte. Heute gibt es verschiedene Taiji-Stile. Bekannt sind der Yang-Stil, der Chen-Stil und auch der Wu-Stil.

Die Kurzform des Yang-Stils -

Carsten Dohnke unterrichtet hauptsächlich die Kurzform des Yang-Stils und des Wu-Stils aus dem System des Heilenden Tao, die auch als „inneres Taiji" oder „Taiji Qigong" bezeichnet werden. Beide Formen betonen die Entwicklung der inneren Energie: die Zirkulation und Zentrierung der Lebensenergie Qi, die Verwurzelung mit der Erde, den Ausgleich der Organenergien sowie die Stärkung der Sehnen, der Knochen und des Marks.


Einführung in die Kurzform des Yang-Stils

von Mantak Chia

Die Kurzform des Yang-Stils im System des Heilenden Tao heißt auch inneres Taiji oder Taij-Qigong (Tai Chi Chi Kung). Ich habe nun schon über dreißig Jahre lang Taiji studiert und praktiziert. Am Anfang habe ich drei verschiedene Formen des Yang-Stils von fünf verschiedenen Meistern gelernt. Dazu kamen später der Wu-Stil von Meister Edward Lee und danach der Chen-Stil. Zuletzt begegnete ich Meister P.Y.Tarn, der mich Taiji-Qigong lehrte, eine frühe Form des Yang-Stils, bei der es auf den Einsatz von Herz und Geist ankommt, um Qi in Bewegung zu setzen. Ein guter Qi-Fluß verbessert seinerseits den Kreislauf, stärkt den Knochenbau und belebt den ganzen Organismus.

Die Form des Taij-Qigong betont die innere Struktur des Taiji: die Art und Weise, wie Qi durch den Körper fließt, und die Art und Weise, wie die Energie von der Erde ausgehend durch das Knochengerüst weitergeleitet wird. Diese Form ist einfach zu erlernen und enthält doch alle wesentlichen Techniken des Taiji. Da die meisten Meister in der Vergangenheit die lange Taiji-Form mit 108 Bewegungen gelehrt haben, war das Lernen für die Schüler mühsam und zeitraubend. In vielen Fällen dauerte es Jahre, bis sie die Form behalten hatten und damit beginnen konnten, die innere Struktur des Taiji zu erkunden. Wenn der Lernende dagegen diese kurze und essentielle Taiji-Qigong-Form übt, kann er schon bald damit beginnen, die Grundprinzipien des Taiji anzuwenden: die Drei Kräfte aufzunehmen, umzuwandeln und zu lenken. Die drei Kräfte sind die himmlische Kraft – die Kraft des Universums, die kosmische Kraft, die von den Partikeln in der Erdatmosphäre und dem Weltall stammt; und die Erdkraft aus der Erde selbst.

Die Prinzipien des Taiji und die Methoden zur Entwicklung der inneren Kraft lassen sich auf alle Stile des Taiji anwenden. Taiji-Qigong sollte jedoch im Rahmen des Taoismus verstanden, gelernt und geübt werden, denn es ist nur ein Zweig (wenn auch ein bedeutender) eines umfassenden taoistischen Übungssystems.

Hinweise auf die taoistischen Meditationsformen und Qigong-Übungen, die das Taiji unterstützen:

Taiji und sein Platz im System des Heilenden Tao